Mausohren-Cluster, aufgenommen im Bierkeller
Mausohren-Cluster, aufgenommen im Bierkeller

 

"Batnight 2017": Auf den Spuren der Fledermäuse

 

Mit dem NABU die Nacht zum Tag machen

 

Mayen. Les Belles de nuit“, die „Schönen der Nacht“, werden sie in Fachkreisen liebevoll genannt. Gemeint sind Fledermäuse. Die, die mit ihren Ohren sehen, mit ihren Händen fliegen und mit bis zu 1100 Herzschlägen pro Minute durch die Dunkelheit rauschen. Wer mehr über die bedrohten Tiere der Nacht erfahren will, sollte die 21. „Internationale Batnight“ am 26. August nicht verpassen. Der NABU Rheinland-Pfalz organisiert die Veranstaltung im Mayener Grubenfeld mit tatkräftiger Unterstützung des NABU Mayen und Umgebung.

 

Initiiert wurde die „International Batnight“ von EUROBATS, dem Europäischen Büro für Fledermausschutz. In der Bundesrepublik wird sie vom NABU organisiert. Mit der Aktion soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam gemacht werden. In Deutschland sind vier Arten stark gefährdet, drei sind sogar vom Aussterben bedroht. Zwölf weitere sind gefährdet, stehen auf der Vorwarnliste oder es gibt nicht genug Daten, um Ihre Gefährdung genau einschätzen zu können.

 

„Hauptursache für die Gefährdung der 25 heimischen Fledermausarten ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen. Alte Baumbestände, die in ihren Höhlen und Ritzen vielfältigen Unterschlupf gewähren, verschwinden zunehmend“, sagt Cosima Lindemann, Naturschutzreferentin und Fledermausexpertin des NABU Rheinland-Pfalz. Aber auch Spalten an Gebäuden, auf deren Nutzung als Quartier einige unserer Fledermausarten angewiesen sind, gehen bei Sanierungen zunehmen verloren. Zudem reduziert der Einsatz von Pestiziden Insekten als Nahrungsmittel für Fledermäuse oder vergiftet die Tiere über die Nahrungskette selbst.

 

Auf die Bedrohung aufmerksam machen und gleichzeitig die faszinierende Welt der Fledermäuse einmal hautnah erleben, das möchte der NABU Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Stadt Mayen den Besuchern bieten.

 

Schon zum 21. Mal öffnen sich daher am 26. August die Tore zu einem der bedeutendsten Schwarm- und Winterquartiere für Fledermäuse in Mitteleuropa, dem Mayener Grubenfeld. Über 50.000 Fledermäuse sind dort zu finden. „Im Spätsommer ist Paarungszeit für die meisten europäischen Fledermausarten, außerdem suchen sie nach geeigneten Winterquartieren, die ihnen für die kalten Monate ausreichend Schutz bieten. Daher kann man die Tiere dann besonders gut beobachten“, erklärt Lindemann.

 

Bereits ab 17 Uhr wird ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten: Führungen über das Grubenfeld vermitteln Informationen zur Entstehungsgeschichte und zum früheren Bergbau auf dem Gelände. Die Mayener Bogenschützen beweisen ihre Treffsicherheit und die Besucher sind eingeladen es ihnen gleich zu tun. An lnfoständen wird darüber hinaus die Naturschutzarbeit in der Region präsentiert.

 

Als Veranstaltung für die ganze Familie kommen aber auch die Kleinsten nicht zu kurz. Die jüngeren Fledermausfans können unter anderem ihre eigene Fledermaus basteln oder sich beim Kinderschminken selbst in eine verwandeln. Die Älteren unter ihnen dürfen sich beim Bauen von Fledermauskästen beweisen, bevor es dann um 19 Uhr soweit ist für einen spannenden und kindgerechten Vortrag von Manfred Braun. Parallel berichtet Dr. Andreas Kiefer in einem Fachvortrag für Erwachsene über die faszinierende Welt der Fledermäuse. Der krönende Abschluss ist auch in diesem Jahr die Wanderung zum Mayko-Bierkeller gegen 20.15 Uhr, vor dem die Fledermäuse dann live beim Schwärmen beobachtet werden können.

 

Weitere Informationen zum Programm unter www.nabu-mayener-grubenfeld.de. Der Eintritt zur Batnight beträgt für Erwachsene zwei und für Kinder ein Euro. Auf festes Schuhwerk und dem Wetter angepasste Kleidung ist zu achten. Vor dem Bierkeller ist es immer kühl (8°C), also sollte in jedem Fall auch warme Kleidung mitgebracht und natürlich die Taschenlampen nicht vergessen werden.

 

Ort: Vulkanpark-Zentrum Terra Vulcania, An den Mühlsteinen 7, Mayen

 

Text: NABU Rheinland-Pfalz. Bild: NABU/Andreas Kiefer.