Das Pöntertal bei Kell ist das jüngste der Naturschutzgebiete in Rheinland-Pfalz. Topografisch erstreckt es sich mit seinen ca. 158 ha über die Gemarkungen Eich und Kell, die beide zum Territorium der Stadt Andernach gehören. Das Areal dehnt sich dabei vom Tönissteiner Mineralbrunnen im Norden bis zur Quelle des Krayerbachs im Süden aus. So bildet es einen bedeutsamen Wanderkorridor für Wildtiere vom Laacher See zu den bewaldeten Hängen längs des Rheins.

 

Mit etwa 350 kartierten Pflanzenarten gilt das Pöntertal als sehr artenreich. Darüber hinaus wurden 83 Vogelarten nachgewiesen: Neuntöter, Schwarzkehlchen, Rot- und Schwarzmilan, Mittelspecht, Schwarzspecht, Hohltaube und unzählige weitere. Über 30 Schmetterlingsarten wie die Spanische Flagge, der Große Schillerfalter und der Mädesüßpermutterfalter haben sich hier angesiedelt, genauso wie die 15 Heuschreckenarten, denen das Tal einen geeigneten Lebensraum bietet.

 

Text: NABU/Hans-Jürgen Schneider. Bild: NABU/Hans-Jürgen Schneider.


Blühender Bärlauchteppich

 

Ende April zeigt sich das Pöntertal wieder ganz in Weiß 

 

Die feuchten Bachtäler der Eifel, meist gesäumt von dichten Buchenwäldern, sind der ideale Standort für diese in unseren Küchen beliebte Pflanze. Bevor sich das Blätterdach der Laubbäume im Frühjahr wieder gänzlich schließt, nutzt der Bärlauch die zeitigen Sonnenstrahlen, um zu seiner beeindruckenden Blüte anzusetzen. Von Ende April bis Mitte Mai breiten sich die weißen Teppiche aus. Ein wahrnehmbarer Geruch durchströmt dann die Täler, der die Verwandtschaft des Bärlauchs verrät und ihm seinen Zweitnamen eingetragen hat: Waldknoblauch.

 

Doch Vorsicht ist geboten! Im blütenlosen Zustand besteht leicht Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen oder Herstzeitlosen, die giftig und für den Verzehr ungeeignet sind; dies kann fatale Wirkungen haben. Im Übrigen ist die Entnahme von Pflanzen und Material in Naturschutzgebieten prinzipiell ohnehin verboten – eben aus Rücksicht auf die natürliche Entwicklung der Flächen. Erfreuen Sie sich daher einfach am zauberhaften Anblick.

 

Text: NABU/Jörg Mittler. Bild: NABU/Hans-Jürgen Schneider.