Die Thürer Wiesen sind ein Naturschutzgebiet bei der Pellenzgemeinde Thür und bieten eine willkommene Rastmöglichkeit für Enten und Gänse, auf ihrem halbjährlichen Zug zu den Brut- bzw. Winterquartieren oder dienen Neubürgern wie der Nilgans und dem Silberreiher ganzjährig als Nahrungshabitat. Die Nähe zum Wasser suchen auch Haubentaucher und Großer Brachvogel. Mit ein wenig Glück lässt sich hier sogar der Eisvogel bei der Jagd beobachten. In den offenen Landschaften mit Hecken und bewachsenen Feldrainen fühlen sich Goldammer und Turteltaube heimisch. Beide Landschaftstypen benötigt die Rohrweihe. Auf sie trifft man daher ebenso wie auf den geschützten Rotmilan, der in Wald und Feldgehölzen nistet und im Offenland auf Beutejagd geht. Bei ihm handelt es sich wahrhaft um einen Einheimischen: Weltweit findet sich sein Hauptverbreitungsgebiet in einem Streifen von Rheinland-Pfalz bis Brandenburg. Nicht selten begegnen einem noch Jagdfasane sowie die vornehmlichen Waldbewohner Fuchs und Reh.

 

Text: NABU/Jörg Mittler. Bild: NABU/Thomas Wipperfürth;
©GeoBasis-DE / LVermGeoRP2016, dl-de/by-2-0, http://www.lvermgeo.rlp.de [Daten bearbeitet].


02.09.2017

Exkursion in den Thürer Wiesen

 

Welche Vögel sind noch da? Diese Frage stellte sich für Thomas Wipperfürth und seine Exkursions­teilnehmer in den Thürer Wiesen.

 

Heißt  es im Frühjahr: "Welche Vögel sind schon da?", so stellt sich Anfang September die Frage: "Welche Vögel sind noch da?". Unter diesem Motto fand dann auch die spätsommerliche Führung in den Thürer Wiesen statt. Aber während auf den Termin Verlass ist, so sorgt das Wetter meist für eine Überraschung. Niedrige Temperaturen, nieselige Witterungsverhältnisse – einen ungemütlichen Vorgeschmack auf den Herbst hatte der Wettergott im Petto.

 

Man hatte das Gefühl, einige Vögel empfanden das ganz ähnlich. Teilweise waren sie fast unsichtbar und hielten sich größtenteils eher im tiefen Buschwerk auf. Die komplette Ausbeute an Beobachtungen ist unten aufgeführt. Nicht unerwähnt bleiben soll dabei ein nicht eindeutig bestimmtes Braunkehlchen-Weibchen, das sich auf den Schilfhalmen der Weide präsentierte. Und wenn ich persönlich keinen Vogel über den anderen Vogel stellen möchte – für mich ist ein Haussperling genau so schön oder interessant wie ein Schwarzkehlchen – so war das "Highlight" des Tages doch ein Schwarm Bienenfresser.

 

Jede dieser Führungen beginnt um 07:30 Uhr am kleinen Parkplatz, geht dann über den Damm zu den Teichen und danach entlang der Weide. In der folgenden Tabelle sind alle an diesem Morgen erfassten Arten aufgelistet. Dabei ist vermerkt, ob der Vogel zu sehen (S) oder zu hören (H) war und an welcher Stelle Damm (zwischen den Weihern) oder Weide (der umzäunte Bereich, wie auch das Waldstückchen, das sich entlang des Weges hinter den Wasserflächen öffnet).

 

Text: NABU/Thomas Wipperfürth. Bild: NABU/Jörg Mittler.

 

Art (Trivialname) Art (Lateinischer Name) Sehen/Hören Örtlichkeit
Stockente Anas platyrhynchos S/H Damm
Rauchschwalbe Hirundo rustica S Damm
Mönchsgrasmücke Sylvia atricapilla S/H Damm
Zwergtaucher Tachybaptus ruficollis S Damm
Teichhuhn Gallinula chloropus S Damm
Blaumeise Cyanistes caeruleus S/H Damm
Elster Pica pica S Weide
Rabenkrähe Corvus corone S Weide
Amsel Turdus merula S Weide
Graureiher Ardea cinerea S Weide
Mäusebussard Buteo buteo S/H Weide
Turmfalke Falco tinnunculus S Weide
Schwarzmilan Milvus migrans S Weide
Ringeltaube Columba palumbus S Weide
Goldammer Emberiza citrinella S Weide
Bienenfresser Merops apiaster S/H Weide
Buntspecht Dendrocopos major S/H Weide
Rotkehlchen Erithacus rubecula S Weide
Fasan Phasianus colchicus H Weide

16.04.2017

Der Chef bin ich!

 

Zuwachs bei den Wasserbüffel in den Thürer Wiesen

 

Dienstag Abend wurde die Herde um drei Tiere aufgestockt, zwei Kühe und einen Bullen. Während die Kühe sich noch auf Distanz halten, hat der Bulle wohl seine Chance zügig ergriffen und klargestellt, wer künftig hier den Ton angibt. So sieht es zumindest aus. Souverän integriert marschiert er immer mitten durch "seine" neue Herde.

 

Text: NABU/Thomas Wipperfürth. Bild: NABU/Karl-Heinz Euskirchen.

 

Bild: NABU/Jörg Mittler (o.l.);  NABU/Herbert Stern (o.r.).


01.04.2017

Vogelkundliche Exkursion in den Thürer Wiesen

 

Welche Vögel sind schon da? Am Samstag Morgen um 07:30 Uhr startete die ornithologische Führung mit Thomas Wipperfürth in den Thürer Wiesen.

 

Bevor die ersten Teilnehmer eintrafen, gab es schon am Parkplatz zur Begrüßung den Gesang der Feldlerche zu vernehmen. Währenddessen sang am Ende des Damms ein prächtig gefärbtes Bluthänfling-Männchen und zwei Teichhühner vergnügten sich zwischen dem Schilf – die Balz ist bereits in vollem Gange.

 

Pünktlich um etwa halb acht waren die Teilnehmer am kleinen Parkplatz versammelt und es gab eine kleine Einweisung – eine singende und aufsteigende Feldlerche ergab den ersten Vogel für die Artenliste des Morgens. In der folgenden Tabelle sind alle an diesem Morgen erfassten Arten aufgelistet. Dabei ist vermerkt, ob der Vogel zu sehen (S) oder zu hören (H) war und an welcher Stelle Damm (zwischen den Weihern) oder Weide (der umzäunte Bereich, wie auch das Waldstückchen, das sich entlang des Weges hinter den Wasserflächen öffnet). Die Führung ging über den Damm zu den Weihern, entlang der Weide und wieder zurück zu den Stillgewässern bis sie dann etwa um 09:30 Uhr am kleinen Parkplatz endete.

 

Der Vollständigkeit halber sei noch ein kleiner Trupp Distelfinken erwähnt, den aber nur ein Teil der Gruppe erspähen konnte. Mir selbst war es auch nicht vergönnt, da ich gerade das Spektiv auf den Nestbau der Schwarzmilane in dem hohen Baum neben der Storchenplattform ausrichtete.

 

Text: NABU/Thomas Wipperfürth. Bild: NABU/Jörg Mittler.

 

Art (Trivialname) Art (Lateinischer Name) Sehen/Hören Örtlichkeit
Feldlerche Alauda arvensis S/H Parkplatz
Rabenkrähe Corvus corone S/H Parkplatz
Zilpzalp Phylloscopus collybita S/H Damm
Blässhuhn Fulica atra S/H Damm
Kormoran Phalacrocorax carbo S/H Damm
Stockente Anas platyrhynchos S/H Damm
Blaumeise Cyanistes caeruleus S/H Damm
Schwarzmilan Milvus migrans S/H Weide
Kohlmeise Parus major H Weide
Amsel Turdus merula S/H Weide
Elster Pica pica S/H Weide
Rotkehlchen Erithacus rubecula S Weide
Fasan Phasianus colchicus H Weide
Mäusebussard Buteo buteo H Weide
Eichelhäher Garrulus glandarius S Weide
Ringeltaube Columba palumbus S Weide
Buchfink Fringilla coelebs S/H Weide
Kuckuck Cuculus canorus H Weide
Goldammer Emberiza citrinella S/H Weide
Schwarzkehlchen Saxicola rubicola S Weide
Rohrammer Emberiza schoeniclus S Weide
Wacholderdrossel Turdus pilaris S Weide
Star Sturnus vulgaris S Weide
Rohrweihe Circus aeruginosus S Weide
Graureiher Ardea cinerea S Damm
Wendehals Jynx torquilla S Damm
Zwergtaucher Tachybaptus ruficollis S Damm

Tabelle: NABU/Thomas Wipperfürth.


Hungriger Kormoran zu Gast

 

Der Name Kormoran leitet sich ab aus dem Altfranzösischen     bzw. Lateinischen und bedeutet übersetzt "Meerrabe". Diese Bezeichnung bezieht sich auf die rabengleiche, schwarze Färbung seines Gefieders und seine gewässergebundene Lebensweise.

 

Als vornehmlicher Fischesser und geselliger Artgenosse hält er sich meist an den Ufern von großen Seen oder Flüssen und an der Küste auf, wo er Brutkolonien bildet. In unserer Region finden sich diese an den Maaren der Eifel oder an Rhein und Mosel. Während er in den Thürer Wiesen eigentlich nur zur Nahrungssuche vorbeischaut und den ein oder anderen Flussbarsch erbeutet. Nach erfolgtem Tauchgang spreizt er die Flügel und lässt sein Gefieder von Luft und Sonne trocknen.

 

Text: NABU/Jörg Mittler. Bild: Lothar Goldschalt.

 

Bild: Lothar Goldschalt.


Storch neuerlich gesichtet

 

Vor kurzem bot sich auf den Ackerflächen rund um die Thürer Wiesen ein sehr erfreulicher Anblick. Ende März hielt sich für ein paar Tage ein Weißstorch in dem Gebiet auf und erkundete das Terrain. Natürlich nicht völlig überraschend ist doch aktuell die Zeit der Rückkehr Adebars aus seinen südlichen Überwinterungs-quartieren und des Nestbaus. So war ihm auch die Storchen-plattform nicht entgangen. Den rabiaten Nilgänsen jedoch missfiel die Konkurrenz und sie vertrieben ihn wohl von ihrem Ansitz. Womöglich schien ihm aber auch das Nahrungsangebot nicht ausreichend oder ihm mangelte es noch an Gesellschaft. Nach kurzem Aufenthalt zog er fürs Erste weiter.

 

Bei einer Sichtung in der Nähe von Kretz wenige Tage darauf, mag es sich um unseren Durchzügler gehandelt haben. Es wäre wünschenswert, wenn er bald wieder einen Blick riskieren würde und sich dann auch zum Bleiben entscheiden könnte. Bis dahin mögen die Wasserbüffel fleißig ihren Dienst als Landschaftsgärtner verrichten und neue Lebensräume für Kröten und Frösche schaffen – dann wird es auch dem Storch hier sehr gefallen.

 

Text: NABU/Jörg Mittler. Bild: Lothar Goldschalt.

 


Thürer Wasserbüffel-Quartett

 

Christkind hatte es ein wenig eilig

 

Ja ist denn heute schon Weihnachten? Die Frage hat sich wahrscheinlich der eine oder andere überrascht gestellt, der noch am 23. Dezember die frohe Kunde erhalten hatte: Wasserbüffel-Kuh Whity hat Nachwuchs!

 

Nachdem bereits Moni, Ella und Luna sich nicht an den Zeitplan gehalten hatten und länger als veranschlagt auf das vorläufige Thürer Kälbchen-Trio warten ließen, gönnte sich Whity einen Extra-Zuschlag. So rumorte es schon, dass es ja vielleicht gar ein Christkind werden könnte. Und manches deutete durchaus darauf hin – denn Whity ließ sich weiter Zeit. Nur um kurz vor Schluss allen Spekulationen um die tierische Thürer Weihnachtsgeschichte ein Schnippchen zu schlagen und die NABU-Betreuer mit einem vorgezogenen Geschenk zu beglücken.

 

Wie dem auch sei, nun sind sie also komplett. Die NABU-Helfer, ebenso wie die zahlreichen Besucher sind froh, dass alle heil das Licht der Welt entdeckt haben. Und so können wir uns gemeinsam auf die kommenden Auftritte des Thürer Wasserbüffel-Quartetts freuen. Wenn Ihnen eine schöne Aufnahme aller vier Jungtiere gelungen ist, senden Sie sie uns!

 

Text: NABU/Jörg Mittler. Bild: Daniela Seier.

 

Bild: NABU/Manfred Berresheim (o.l.); Daniela Seier (o.r.).


Wasserbüffel haben Nachwuchs

 

Erstes Kälbchen in den Thürer Wiesen geboren

 

Kommt es – kommt es nicht – kommt es… kommt es etwa doch nicht? Das Warten hat nun ein Ende. Bereits vor einem guten Monat sollte das erste Jungtier in den Thürer Wiesen auf die Welt kommen – so war der Plan. Aber die Natur hatte da eigene Vorstellungen. Eine Vielzahl von interessierten Spaziergängern nutzten die schönen Tage des goldenen Oktobers, um sich in dem Naturschutzgebiet nach den neuen Landschaftspflegern umzuschauen. Nicht wenige interessierten sich insbesondere für den angekündigten Nachwuchs. Sie fragten die NABU-Betreuer vor Ort ungeduldig, wann es denn nun soweit sei. Aber die Natur hat ihren eigenen Zeitplan und lässt sich in solchen Dingen nicht ins Handwerk pfuschen. Weiter abzuwarten war also angesagt.

 

Die Zeit verstrich. Die NABU-Betreuer drehten ihre tägliche Runde, die Spaziergänger trotzten tapfer der zunehmend feuchtkalten Witterung und die neuen Wiesenbewohner fraßen sich weiter dick und rund. Aber nichts passierte. Manch einer begann bereits zu spekulieren, dass da wohl was nicht recht stimmen könne mit den Experteninformationen. Eigene Recherchen wurden gar unternommen: Fruchtbarkeiten ermittelt, Paarungszeiten verifiziert, Tragzeit und Trächtigkeit bestimmt. Und das Ergebnis, die Antwort auf alle Fragen lautete… 42. Wie in dem bekannten Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“? Nicht ganz unpassend, aber nein, als Ergebnis wurde da von Winter, von Januar gemunkelt. Um doch nur Lügen gestraft zu werden – die Natur richtet sich eben nicht nach dem strengen Kalkül des Menschen.

 

Nun ist es also geschafft! Der Anfang gemacht. Am zweiten Freitag im November hat die erste Büffelkuh ihr Kalb abgesetzt. Zu Gesicht bekommen hat es bislang nur NABU-Betreuer Herbert Stern. Noch verbirgt die Mutter es im hohen Schilf vor neugierigen Blicken. Im Schutz der kleinen Herde wird es dann mit seinen Altersgenossen aufwachsen. Und die Wasserbüffel werden ihren Nachwuchs gegen allzu aufdringliche Besucher zu verteidigen wissen. Beachten Sie also bitte die generelle Leinenpflicht für Hunde im Naturschutzgebiet! Im Übrigen sind wir auf erste Fotos gespannt – senden Sie uns Ihre Aufnahmen!

 

Text: NABU/Jörg Mittler. Bild: NABU/Karl-Heinz Euskirchen.

 

Bild: NABU/Karl-Heinz Kaiser.


Die Karpartenbüffel sind los

 

Seit dem 04.07.2016 sind die Thürer Wiesen wieder um eine Attraktion reicher, die Weidefläche ist wieder mit Haustieren belebt – Karpartenbüffeln.

 

In über 1500 Jahren hat sich die Art an die rauhen Bedingungen der Karpaten angepasst, mit Ihren harten Klauen, kurzen Beinen und dichtem Fell – noch dazu sind sie ein guter, anspruchsloser Rauhfutterverwerter.

 

Hier in den Thürer Wiesen gehen die Büffel sogar an die bitteren Eichenblätter junger Triebe. Die Zeichen stehen also nicht schlecht, dass wir hier die richtigen Bewohner gefunden haben.

 

Es sind vier trächtige Damen, wovon sich eine schon als regelrechtes Leittier entpuppt hat. Man erkennt sie daran, dass sie im Gegensatz zu den anderen Tieren nur eine Marke im Ohr hat.

 

Die Tiere stammen vom NABU Altenburg, in Thüringen, und wer mehr zu der Rasse lesen möchte, sollte einmal die Internetseite http://www.karpaten-bueffel.eu besuchen.

 

Nachdem die finanziellen Mittel für den Kauf der Tiere vom NABU Rheinland-Pfalz bewilligt wurden, konnte der Thürer Olaf Berresheim für die Pflege gewonnen werden. Der Unterhalt ist durch die Stiftung für Natur und Umwelt des Kreises gewährleistet und so blicken wir vom NABU Mayen und Umgebung tatkräftig in eine neue Zukunft für die Thürer Wiesen.

 

Text: NABU/Thomas Wipperfürth. Bild: NABU/Hartmut Knöffel.

 

Bild: NABU/Karl-Heinz Euskirchen, NABU/Hartmut Knöffel.


Der Storch ist da

 

Wird er bleiben? Es sieht nach Nestbau aus, wir werden berichten!

 

Text: NABU/Thomas Wipperfürth.

Bild: NABU/Werner Adams.


Ein Sichler auf den Thürer Wiesen

 

Eine kleine Sensation mit traurigem Beigeschmack. Zu Anfang April hatte sich auf den Thürer Wiesen ein einzelner Brauner Sichler niedergelassen. Gewöhnlich zieht der große aus der Familie der Ibisse stammende Vogel ab April aus dem Überwinterungsgebiet Afrika bis ins Mittelmeergebiet nach Spanien um zu brüten. Die Artgenossen die nicht in Europa nisten kommen in Asien, Afrika, Amerika und Australien vor.

 

Was den einzelnen Vogel zu uns nach Deutschland getrieben hat, ist unklar. Ob er alleine weiter nach Spanien aufbricht oder den Sommer hier bei uns verbringt, um im Herbst alleine nach Afrika aufzubrechen, bleibt ebenso ungeklärt.

 

Text: NABU/Thomas Wipperfürth. Bild: NABU/Karl-Heinz Euskirchen.


Ein Storchennest für die Thürer Wiesen

 

Was lange wird... wird gut. Nach reiflicher Planung, Material-beschaffung und unermüdlichem Einsatz ist es geschafft. Eine Plattform für glückliche Storchenpaare oder die, die es noch werden wollen.

 

Unser Dank gilt auch der tatkräftigen Unterstützung der SAG, Standort Mendig.

 

Text: NABU/Thomas Wipperfürth. Bild: NABU/Karl-Heinz Euskirchen.


Ein neuer Anfang

 

Nicht immer sind Projekte von anhaltendem Erfolg gekrönt – so mussten wir hinnehmen, dass unser Beweidungsprojekt Thürer Wiesen in der geplanten Form gescheitert ist. Zum einen, weil unser Landwirt aus privaten Gründen das Projekt beenden musste und die Tiere abgegeben hat. Zum anderen, weil die Tiere nicht so umfassend wie erhofft das Schilf zurück gehalten haben.

 

Aber wir, der NABU Mayen und Umgebung, haben uns in mehreren Sitzungen beraten und letztlich den Schluss gefasst, dass der Einsatz einer Moorraupe dringend geboten sei, um das Schilf in weiten Teilen komplett abzumähen.

 

Die Investition hat sich gelohnt. Nicht nur dass wieder viel Wasserfläche sichtbar ist, sondern die ersten Frühlingsgäste haben sich eingefunden. Begehungen haben gezeigt, dass die neue Fläche gut angenommen wird. Zahlreiche Wasservögel, Rohrsänger und Ringelnattern lassen sich jetzt schon zu Frühlingsbeginn in großer Stückzahl beobachten.

 

Wir danken der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz und der Verbandsgemeinde Mendig für die großzügige Unterstützung.

 

Text: NABU/Thomas Wipperfürth. Bild: NABU/Hans-Jürgen Schneider.


Gänsesäger in den Thürer Wiesen gesichtet

 

Werner Adams aus Thür gelang am 6. Januar 2015 eine seltene Beobachtung in den Thürer Wiesen. Erstmals wurden dort Gänsesäger nachgewiesen. Der Ornithologe, der öfter in dem vor seiner Hausstür liegenden Gelände unterwegs ist, informierte Karl-Heinz Euskirchen. Dieser wiederum wandte sich an Herbert Stern, der über alle Beobachtungsdaten, die in dem Naturschutzgebiet bislang gemacht wurden, verfügt. Stern bestätigte in dem Gespräch die Erstbeobachtung.

 

Gänsesäger brüten im Norden Europas an fischreichen Seen und Flüssen, meist in bewaldetem Gelände. Ihr Nest bauen sie in Baumhöhlen oder in Felsen. Selbst Nistkästen werden angenommen oder auch Nischen an Häusern. Wenn die Brutzeit vorüber ist, dann leben Gänsesäger gesellig. In Skandinavien sind schon Trupps von mehr als 10.000 Exemplaren beobachtet worden. Während der Wintermonate sind regelmäßig auch in Mitteleuropa überwinternde Tiere anzutreffen. In unserer Region können sie vorwiegend auf der Mosel, dem Rhein und der Ahr beobachtet werden. Verwandte Sägerarten sind der Mittelsäger und der Zwergsäger. Auch diese werden immer wieder von Ornithologen während der Winterzeit bei uns gesichtet, sind aber wesentlich seltener zu sehen als die Gänsesäger.

 

Text: NABU/Franz-Josef Dosio. Bild: NABU/Werner Adams.


Beweidungsprojekt Thürer Wiesen

 

Anfang 2015 wurde in den Thürer Wiesen ein großzügiges Beweidungsprojekt mit Murnau-Werdenfelser-Rindern aufgelegt.

 

Mit finanzieller und tatkräftiger Unterstützung konnte ein ca. 15 ha großes Stück der Thürer Wiesen eingezäunt werden und der Landwirt Winfried Berresheim startete voller Zuversicht: "Das Projekt ist erst einmal auf 5 Jahre angelegt. Wichtig für den Erfolg werden dabei auch zwei „menschliche Faktoren“ sein: Wird das Projekt von der Bevölkerung, Wanderern usw. akzeptiert oder gibt es Störer, die z.B. die Zaunanlage beschädigen oder die Tiere misshandeln? Gibt es einen Markt für diese Tiere, um neben den öffentlichen Mitteln auch auf diesem Einnahmeweg die Kosten zu decken? Wir alle sind optimistisch, dass dieses „Experiment“ zu einem positiven Ergebnis führt. Mit Sicherheit werden diese Tiere die Aufmerksamkeit der vielen Naturfreunde, Wanderer und Erholungssuchenden, die die Thürer Wiesen Tag für Tag aufsuchen, auf sich ziehen."

 

Wir danken der SAG, der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz und der Verbandsgemeinde Mendig für die großzügige Unterstützung.

 

Text: NABU/Thomas Wipperfürth. Bild: NABU/Herbert Stern.